Die verschiedenen Substrate
Mit Substrat bezeichnet man allgemein einen natürlichen oder künstlichen Stoff, der anderen Stoffen, oder Lebewesen, als Lebensgrundlage dient. (z.T. auch als Nährboden) bei der Hydrokultur bietet das Substrat den Pflanzen Halt als Ersatz für die fehlende Erde.
Das Substrat (Füllsubstrat) muß bestimmte Eigenschaften erfüllen. Diese sind:
- Es muß strukturstabil sein,
d.h. es darf seine Form auch bei längerem Gebrauch nicht verändern, es darf sich nicht verdichten. - Es muß faulungsfest sein, es darf keine Teile enthalten, die sich zusammen mit der Nährlösung zersetzen, oder Fäulnis verursachen und dadurch die Pflanzen schädigen.
- Es darf keine Stoffe enthalten, die von der Nährlösung oder den Wurzelausscheidungen angegriffen werden und dadurch die Nährlösung verändern.
- Es soll die Wasser- und Luftführung im Wurzelbereich sicherstellen, den Kapillareffekt unterstützen.
- Es soll in der Körnung der Wurzelform und dem schwachen oder starken Wachstum der Wurzeln entgegenkommen.
- Das Eigengewicht soll dem Pflanzenwachstum entsprechen. D.h. große Einzelpflanzen erfordern manchmal ein Substrat mit höherem Eigengewicht, um die Standfestigkeit zu erhöhen.
All diesen Eigenschaften kommt der heute fast ausschließlich verwendete Blähton am nächsten. Eine andere Handelsbezeichnung ist Lecaton®. Dieser Name leitet sich ab aus der englischen Kennzeichnung "Light expanded clay aggregate".
Dieser aufgeblähte Ton wird aus ausgesuchten Tonschichten in einem ca. 80 m langen, zweigeteilten Drehrohrofen bei ca. 1200° C gebrannt. Durch das im Ton enthaltene Carbonat (kohlensaures Salz) und die Hitze entsteht die Struktur, die die Luft- und Wasserführung im Wurzelbereich der Hydrokulturpflanzen von Vorteil sind. Es darf aber nur Blähton für die Hydrokultur verwendet werden, der als solcher ausgewiesen ist. Anderer Blähton dient als Dämmstoff in der Bauindustrie.
Im elterlichen Baugeschäft, in der Nähe von Bern, entdeckte der Schweizer Gerhard Baumann die Verwendungsmöglichkeit für die Hydrokultur. Er als Blumen- und Pflanzenliebhaber experimentierte mit dem leichten Material, um die bis dahin verwendeten Substrate, wie Quarzkiesel oder Basaltsplitt zu ersetzen. Was besonders durch das geringe Gewicht beim Füllen von Großgefäßen vorteilhaft ist. Zusätzlich positiv sind die Eigenschaften des Blähtons bezüglich Luft- und Wasserführung gegenüber den bisher verwendeten Kiesel- und Splittarten.
Hier noch einmal eine Auflistung der Substratarten, die in der Hydrokultur Verwendung finden (fanden), zum Teil aber heute nicht mehr im Handel bzw. schwer zu beschaffen sind. Teilweise fehlen ihnen auch die positiven Eigenschaften des Blähtons, die dann durch geeignete Maßnahmen ausgeglichen werden müssen.
Bildübersicht über eine Auswahl von Substrate:
Neben den oben abgebildeten Substraten gibt es auch noch:
Hygromull, Basalt und Granatsplit.
Eine Übersicht mit einer genauen Beschreibung zu allen Substraten für die Hydrokultur finden Sie hier:
Alle Substrate
Für die Hydrokultur weniger bis gar nicht geeignet (obwohl z.T. dafür angeboten) sind folgende Substrate:
- Grolit (zu schwer)
- Hydrogel (sehr schlechte Eigenschaften)
- Seramis. (Diese Kulturmethode ist keine Hydrokultur!)
Die häufig gestellte Frage:
Kann ich gebrauchten Blähton (oder andere Substrate) wieder verwenden?
Grundsätzlich ja.
Aber alle Wurzelreste müssen entfernt werden! Waschen, durchspülen und reinigen erfordert viel Aufwand. Der Aufwand an Zeit, Wasser und Energie steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis.
Es bleiben immer Wurzelreste im Substrat, die nachfolgend eingesetzten Pflanzen schaden können. Auch eine Desinfektion ist zu aufwendig. Dazu kommt die nachfolgende Reinigung der "Arbeitsstätte". Die ganze Prozedur ist zu aufwendig. Das Ganze ist Sparsamkeit am falschen Platz mit wenig Erfolg. Wenn der Pflanzenliebhaber regelmäßig Pflanzen einsetzt, oder umsetzen muß, lohnt in jedem Fall der Kauf eines größeren Gebindes Blähton, anstelle öfter eine kleine Packung. Das Material hat, wie oben beschrieben solche Eigenschaften, die es lagerfähig macht. Sicher ist Blähton (und alle anderen Substrate) etwas teurer in der Anschaffung, aber auch gute Erde ist teuer!
Lecaton und Lecadan sind eingetragene Warenzeichen von: Leca
Berlin, den 26. Februar 2001
Überarbeitet 2007
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